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Eisenmangel ist eine der häufigsten Mangelerscheinungen
Eisenmangel ist eine der häufigsten Mangelerkrankungen weltweit und betrifft besonders Frauen. Frauen im gebärfähigen Alter haben durch die monatliche Blutung einen erhöhten Eisenbedarf, der über die Ernährung nicht immer ausreichend gedeckt wird. Kommt es zu wenig Eisen im Blut, kann der Körper seine zentrale Aufgabe nicht mehr optimal erfüllen: Sauerstoff zu transportieren und Organe ausreichend mit Sauerstoff versorgt zu halten. Eisen ist ein essenzielles Spurenelement, das im roten Blutfarbstoff Hämoglobin enthalten ist. Dieser rote Blutfarbstoff ermöglicht es den roten Blutkörperchen im Blut, Sauerstoff zu binden und durch den Körper zu transportieren. Fehlt Eisen, sinkt der Hämoglobinwert, die Sauerstoffversorgung verschlechtert sich und typische Symptome wie Müdigkeit, Leistungsabfall oder blasse Haut treten auf.
Ein Eisenmangel entsteht oft schleichend. Der Körper greift zunächst auf seine Eisenspeicher zurück. Erst wenn diese Speicher geleert sind, zeigt sich ein Mangel im Blut. Deshalb bleibt ein leichter Eisenmangel häufig lange unbemerkt. Wird er nicht erkannt und behandelt, kann sich daraus eine Eisenmangelanämie entwickeln. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der Blutarmut, bei der nicht nur die Eisenspeicher leer sind, sondern auch die Bildung roter Blutkörperchen beeinträchtigt ist.
Welche Rolle Eisen im Körper spielt
Eisen übernimmt im Körper zahlreiche lebenswichtige Aufgaben. Der größte Teil des Eisens befindet sich im roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Hämoglobin ist notwendig, um Sauerstoff aus der Lunge aufzunehmen und über das Blut zu allen Organen zu transportieren. Ohne ausreichend Eisen kann das Blut nicht ausreichend Sauerstoff transportieren, wodurch Organe nicht mehr ausreichend versorgt werden.
Darüber hinaus ist Eisen an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt, unterstützt das Immunsystem und spielt eine Rolle bei der Energiegewinnung in den Zellen. Auch für die Bildung von Enzymen und für die Funktion des Nervensystems ist Eisen notwendig. Der Körper kann Eisen nicht selbst herstellen, sondern ist vollständig auf die Eisenzufuhr über Lebensmittel oder gegebenenfalls über Eisenpräparate angewiesen.
Eisenbedarf bei Frauen und warum besonders Frauen betroffen sind
Besonders Frauen sind von Eisenmangel betroffen. Der Eisenbedarf liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung bei Frauen im gebärfähigen Alter bei etwa 15 Milligramm Eisen pro Tag. Während der Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Bedarf weiter an. Durch die monatliche Menstruation verliert der Körper regelmäßig Eisen. Bereits ein Liter Blut enthält rund 500 Milligramm Eisen, sodass selbst kleinere, aber regelmäßige Blutverluste langfristig die Eisenspeicher leeren können.
Auch Frauen mit sehr starken oder verlängerten Monatsblutungen haben ein erhöhtes Risiko, einen Eisenmangel zu entwickeln. Chronische Blutungen, etwa durch Blutungen im Magen-Darm-Trakt, können ebenfalls zu einem Eisenmangel führen. Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa beeinträchtigen zusätzlich die Aufnahme von Eisen im Darm und erhöhen das Risiko für einen chronischen Eisenmangel.
Eisenaufnahme und Eisenverwertung: Warum nicht jedes Eisen gleich gut wirkt
Nicht jedes Eisen wird vom Körper gleich gut aufgenommen. Grundsätzlich wird zwischen Eisen aus tierischen Lebensmitteln und pflanzlichem Eisen unterschieden. Eisen aus tierischen Lebensmitteln wird besser aufgenommen als Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Pflanzliches Eisen liegt in einer Form vor, die der Körper schlechter verwerten kann. Dennoch lässt sich die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln gezielt verbessern.
Vitamin C spielt dabei eine entscheidende Rolle. Vitamin C sorgt dafür, dass Eisen im Darm besser aufgenommen wird. Ein Glas Orangensaft oder Orangensaft zu einer eisenhaltigen Mahlzeit kann die Eisenaufnahme deutlich steigern. Eisen wird dadurch besser aufgenommen und steht dem Körper schneller zur Verfügung.
Gleichzeitig gibt es Stoffe, die die Eisenaufnahme hemmen. Schwarzer Tee, Kaffee und bestimmte pflanzliche Inhaltsstoffe können die Eisenaufnahme hemmen, wenn sie direkt zu den Mahlzeiten konsumiert werden. Auch Calcium kann die Aufnahme von Eisen im Darm reduzieren.
Eisenhaltige Lebensmittel bedeutet Eisen mit der Nahrung aufnehmen

Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage, um einen Eisenmangel zu beheben oder ihm vorzubeugen. Eisenhaltige Lebensmittel sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Dazu zählen sowohl tierische als auch pflanzliche Lebensmittel.
Tierische Lebensmittel enthalten Eisen in einer Form, die vom Körper besser aufgenommen wird. Dazu gehören Fleisch und Fisch. Pflanzliche Lebensmittel liefern ebenfalls Eisen, allerdings in geringerer Bioverfügbarkeit. Dennoch können Vegetarier und Veganer ihren Eisenbedarf über eine bewusste Lebensmittelauswahl decken.
Übersicht eisenhaltiger Lebensmittel
| Lebensmittel | Eisen pro 100 g | Eisenform | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Rindfleisch | ca. 3 mg | tierisch | gut aufgenommen |
| Linsen | ca. 8 mg | pflanzlich | mit Vitamin C kombinieren |
| Spinat | ca. 3,5 mg | pflanzlich | Aufnahme durch Vitamin C verbessern |
| Kürbiskerne | ca. 12 mg | pflanzlich | sehr eisenreich |
Diese Tabelle zeigt, dass pflanzliche Lebensmittel teilweise sehr viel Eisen enthalten. Entscheidend ist jedoch, wie gut das Eisen vom Körper aufgenommen wird. Durch die Kombination mit Vitamin C lässt sich die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln deutlich verbessern.
Eisenmangel bei Vegetarier und Veganer

Vegetarier und Veganer haben oft einen erhöhten Fokus auf ihre Eisenversorgung. Pflanzliches Eisen oder Nicht-Hämeisen ist grundsätzlich schlechter bioverfügbar, dennoch lässt sich ein Eisenmangel bei vegetarischer oder veganer Ernährung vermeiden. Wichtig ist eine gezielte Auswahl pflanzlicher Lebensmittel und die Kombination mit Vitamin C.
Vegetarier und Veganer sollten besonders darauf achten, eisenhaltige pflanzliche Lebensmittel regelmäßig zu konsumieren und eisenhemmende Stoffe nicht direkt zu den Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Orangensaft oder ein Glas Orangensaft zu den Mahlzeiten kann die Eisenzufuhr deutlich verbessern. Auch fermentierte Lebensmittel und das Einweichen von Hülsenfrüchten können die Eisenaufnahme positiv beeinflussen.
Symptome und Anzeichen für einen Eisenmangel
Die Symptome eines Eisenmangels sind oft unspezifisch und entwickeln sich schleichend. Zu den häufigsten Anzeichen gehören Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten. Auch eine blasse Haut, brüchige Nägel, Haarausfall oder häufige Infekte können Hinweise auf einen Eisenmangel sein.
Bei einem ausgeprägten Eisenmangel oder einer Anämie kommen weitere Symptome hinzu. Dazu zählen Kurzatmigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und ein spürbarer Leistungsabfall. Wenn der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, leidet die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit deutlich.
Ein Verdacht auf Eisenmangel sollte ärztlich abgeklärt werden. Ein einfacher Bluttest kann zeigen, wie viel Eisen im Blut vorhanden ist und wie gut die Eisenspeicher gefüllt sind. Dabei werden unter anderem der Hämoglobinwert und der Ferritinwert bestimmt.
Eisenmangel feststellen und richtig einordnen
Um einen Eisenmangel festzustellen, reicht es nicht aus, nur das Eisen im Blut zu messen. Der Ferritinwert gibt Auskunft über die Eisenspeicher im Körper. Ein niedriger Ferritinwert zeigt an, dass die Eisenspeicher bereits geleert sind, selbst wenn der Hämoglobinwert noch im Normbereich liegt.
Ein leichter Eisenmangel kann oft durch eine Anpassung der Ernährung behoben werden. Bei einem ausgeprägten Mangel oder einer Eisenmangelanämie sind Eisenpräparate notwendig, um den Mangel gezielt zu beheben. Wichtig ist dabei eine fachliche Begleitung, um die Ursache des Eisenmangels zu klären und eine passende Therapie zu wählen.
Eisenmangel behandeln durch Ernährung oder Eisenpräparate?
Ob sich ein Eisenmangel allein über die Ernährung beheben lässt, hängt vom Ausmaß des Mangels ab. Bei einem leichten Eisenmangel kann eine gezielte Ernährungsumstellung ausreichen. Eisenhaltige Lebensmittel, eine verbesserte Eisenaufnahme und ausreichend Vitamin C spielen dabei eine zentrale Rolle.
Ist der Eisenmangel jedoch ausgeprägt oder besteht bereits eine Eisenmangelanämie, reicht die Ernährung allein meist nicht aus. In diesem Fall kommen Eisenpräparate zum Einsatz. Diese können in Form von Kapseln, Tabletten oder flüssigen Präparaten eingenommen werden. Eisenpräparate füllen die Eisenspeicher schneller auf als Lebensmittel allein.
Die Einnahme von Eisenpräparaten sollte gezielt erfolgen. Die Aufnahme von Eisen aus Präparaten kann durch Vitamin C verbessert werden, während bestimmte Lebensmittel die Aufnahme hemmen. Schwarzer Tee oder Milchprodukte sollten zeitlich getrennt von der Einnahme konsumiert werden.
Einnahme von Eisenpräparaten und worauf zu achten ist
Bei der Einnahme von Eisenpräparaten ist Geduld gefragt. Die Eisenspeicher werden nicht innerhalb weniger Tage aufgefüllt. Oft dauert es mehrere Wochen bis Monate, bis sich die Speicher normalisieren. Die empfohlene Dosis liegt je nach Präparat und ärztlicher Empfehlung bei mehreren Milligramm Eisen pro Tag.
Manche Menschen reagieren empfindlich auf Eisenpräparate. Typische Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt und äußern sich in Übelkeit, Verstopfung oder Bauchschmerzen. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, das Präparat zu wechseln oder die Einnahme zu den Mahlzeiten anzupassen.
Ursachen für chronischen Eisenmangel
Ein chronischer Eisenmangel liegt vor, wenn der Eisenmangel trotz ausreichender Eisenzufuhr immer wieder auftritt. Ursachen können chronische Blutungen, Darmerkrankungen oder eine eingeschränkte Eisenaufnahme im Darm sein. Auch bestimmte Medikamente können die Eisenaufnahme hemmen.
Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa führen häufig zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt und gleichzeitig zu einer verminderten Eisenaufnahme. In solchen Fällen ist eine langfristige medizinische Betreuung notwendig, um den Eisenmangel zu beheben und erneuten Mangel zu vermeiden.
Wissenschaftliche Einordnung und Empfehlungen
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Frauen im gebärfähigen Alter eine tägliche Eisenzufuhr von etwa 15 Milligramm Eisen. Studien zeigen, dass ein Großteil der Frauen diese Empfehlung nicht erreicht. Eisenmangel und Eisenmangelanämie zählen deshalb zu den häufigsten ernährungsbedingten Mangelerkrankungen.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Kombination von Eisen mit Vitamin C die Aufnahme von Eisen signifikant verbessert. Gleichzeitig ist bekannt, dass Polyphenole aus schwarzem Tee und Kaffee die Eisenaufnahme hemmen können. Eine bewusste Ernährungsstrategie kann daher einen entscheidenden Beitrag leisten, um einen Eisenmangel zu vermeiden oder zu beheben.
FAQs: Was tun bei Eisenmangel
Welche Symptome deuten auf einen Eisenmangel hin?
Typische Anzeichen für einen Eisenmangel sind Müdigkeit, blasse Haut, Konzentrationsschwierigkeiten und ein allgemeiner Leistungsabfall. Bei ausgeprägtem Mangel kann es zu Atemnot und Schwindel kommen.
Können Vegetarier und Veganer ausreichend Eisen aufnehmen?
Vegetarier und Veganer können ihren Eisenbedarf decken, wenn sie gezielt eisenhaltige pflanzliche Lebensmittel mit Vitamin C kombinieren und eisenhemmende Stoffe meiden.
Wie lange dauert es, einen Eisenmangel zu beheben?
Die Dauer hängt vom Ausmaß des Mangels ab. Leichte Formen lassen sich innerhalb weniger Wochen verbessern, während bei einer Eisenmangelanämie mehrere Monate notwendig sein können.
Fazit: Was tun bei Eisenmangel – ernst nehmen und gezielt handeln
Eisenmangel ist weit verbreitet und betrifft besonders Frauen. Die Symptome sind oft unspezifisch, können aber die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Eisen spielt eine zentrale Rolle für die Sauerstoffversorgung, die Energieproduktion und die Blutbildung. Ein Eisenmangel sollte daher frühzeitig erkannt und behandelt werden. Eine bewusste Ernährung, die Kombination mit Vitamin C und bei Bedarf die gezielte Einnahme von Eisenpräparaten helfen dabei, den Eisenmangel nachhaltig zu beheben. Wer die eigenen Eisenspeicher im Blick behält und auf die Signale des Körpers achtet, kann langfristig zu mehr Energie, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden finden.
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