Eine Trennung ist so schon eine große Herausforderung. Aber wenn noch Kinder involviert sind, wird es meist noch schwieriger und konfliktbeladener. Es gibt dann einige Punkte, die großes Streitpotenzial haben und auch oft schwierig bis gar nicht zwischen zwei Parteien geklärt werden können. Hier nun einige häufige Streitpunkte, über die sich Paare bei einer Trennung wegen der Kinder oft streiten:
Inhaltsverzeichnis
Das Thema Sorgerecht
Hier geht es häufig darum, wer das Sorgerecht hat, wie es aufgeteilt wird und wer für die Kinder Entscheidungen treffen soll. Es entbrennt Streit um das zukünftige Sorgerecht sowie den Aufenthaltsort der Kinder. Eigentlich ist es ein unnötiger Streit, denn er findet seine Grenze im Gesetz. Nach einer Scheidung gilt das gemeinsame Sorgerecht beider Elternteile unverändert weiter. Es kommt ein alleiniges Sorgerecht nur dann in Betracht, wenn ein Ehepartner nachgewiesenermaßen sich als nicht geeignet herausstellt, die Kindererziehung zu übernehmen.
Streit über den Aufenthalt
Wo die Kinder wohnen werden, kann auch ein großer Streitpunkt werden. Denn dann muss auch noch geklärt werden, wie oft die Kinder den anderen Elternteil sehen sollen und wie der Aufenthalt geregelt wird. Theoretisch sollte der Streit über den Aufenthaltsort der Kinder schnell entschieden sein, weil das Elternteil, welches das Kind/die Kinder in seiner Obhut regelmäßig betreut, auch den Aufenthaltsort bestimmt. Die Situation kann dann schwierig sein, wenn der betreuende Elternteil mit dem Kind/den Kindern weiter wegzieht und der Elternteil mit der Umgangsberechtigung Schwierigkeiten befürchtet, das Umgangsrecht angemessen wahrnehmen zu können. Es wäre für den sich benachteiligt fühlenden Elternteil wünschenswert, dass der betreuende Elternteil dem anderen ein akzeptables Umgangsrecht zugesteht. So könnte man beispielsweise weite Anfahrtswege durch ein großzügiges Umgangsrecht ausgleichen. Nur müssten dann beide Parteien natürlich kompromissbereit sein.
Streit um das Umgangsrecht
Auch beim Thema Umgangsrecht sind sich Eltern häufig nicht einig. Fragen, wie oft wird oder soll der andere Elternteil die Kinder sehen und wie wird der Umgang überhaupt geregelt, kommen häufig auf. Auch kann es schon sehr herausfordernd sein, eine gute Kommunikation zwischen den Elternteilen und den Kindern aufrechtzuerhalten, damit alle Beteiligten bedacht und berücksichtigt werden.
Streit um den Unterhalt
Geht es um den Unterhalt sowie den Zugewinnausgleich, sind beide Ehepartner gesetzlich verpflichtet, Auskunft über ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu erteilen. Manchmal kann es passieren, dass ein Ehepartner die Auskunft verweigert oder diese nur unvollständig erteilt. Dann kommt man um eine Auskunftsklage häufig nicht herum.
Wie kann eine Detektei beim Thema Unterhalt behilflich sein?
Häufig kommt es wegen der Unterhaltszahlungen zu Betrugsfällen. Um dann mehr und schneller Klarheit zu erhalten, kann man auch eine Detektei beauftragen. Für beide Seiten können falsche Angaben zu Einkünften schwere Folgen haben und zu erheblichen finanziellen, aber auch seelischen Belastungen führen. Trotzdem agieren Menschen leider immer wieder sehr egoistisch und nur auf ihren Vorteil bedacht. Leider wird dann das mögliche Leid der Kinder darüber vergessen, die am Ende es mit ausbaden müssen.
Wenn ein Elternteil nach einer Scheidung selbst nicht für seinen Unterhalt sorgen kann, hat er gegen den anderen häufig einen Anspruch auf Unterhalt. Oft sind dann solche Fälle problematisch, wo sich die Lebensverhältnisse des Unterhalts-Berechtigten verändern (z.B. durch eine neue Partnerschaft) oder wenn der zu Zahlungen verpflichtete Elternteil Einkünfte sowie Sachverhalte verschweigt und wenn ein Elternteil keinen Unterhalt mehr zahlt, kann die Folge Unterhaltsbetrug bedeuten. Eine Detektei kann in solchen Fällen für Abhilfe sorgen und einem die nötigen Beweise für den Unterhaltsbetrug beschaffen. Wichtig bei allem sollte doch sein, dass die die finanzielle Situation der Kinder gesichert ist.
Streitigkeiten zum Thema Schule und Ausbildung
Schön ist es, wenn über die Trennung hinaus beiden Elternteilen die Schul- und Ausbildung der Kinder gleich wichtig ist. So könnte zum Wohl der Kinder gemeinsam entschieden werden. Aber auch die Sichtweise ist leider nicht immer selbstverständlich. Dann liegt es meist daran, dass die Vorstellungen darüber, welche Schulbildung notwendig ist und welche Ausbildung angestrebt werden soll, auseinandergehen. Streit entsteht dann darüber, wer entscheiden soll, was nun genau das Richtige für das Kind/die Kinder ist. Geht es dann noch um eine Ausbildung (z.B. Studium oder Berufsausbildung in einer anderen Stadt) oder um die schulische und außerschulische Entwicklung der Kinder, die gefördert werden soll, muss auch wieder geklärt werden, wie das alles finanziert wird. Am wichtigsten dabei wäre aber zu berücksichtigen, was wirklich zum Nachwuchs passt und was sie sich selbst für ihre Zukunft wünschen, als dass man versucht, über ihre Köpfe hinweg seine persönliche Meinung durchzusetzen.
Streitpunkt Erziehung
Und natürlich wird auch leider immer wieder beim Thema Erziehung gestritten. Das ist häufig schon im „normalen“ Leben nicht so einfach, sich in Erziehungsfragen einig zu sein. Bestand also das Problem schon vorher, wird es nach der Trennung sicherlich nicht einfacher werden. Streit entsteht darüber, wie die Kinder erzogen werden sollen, wie ihnen Werte und Normen vermittelt werden und wie die Disziplin und die Selbstständigkeit der Kinder am besten gefördert wird. Auch hier sollten immer im Sinne der Kinder Entscheidungen getroffen werden.
Streitigkeiten bei einer Scheidung mit Kindern besser strukturieren
| Aspekt | Kernaussage |
|---|---|
| Gesprächsrahmen | Legen Sie feste Zeiten, einen klaren Ablauf und kurze Ziele pro Gespräch fest, damit Konflikte nicht in Grundsatzdebatten kippen. |
| Entscheidungen im Alltag | Halten Sie wiederkehrende Absprachen zu Übergaben, Terminen und Routinen schriftlich fest, um Reibung durch Missverständnisse zu senken. |
| Fokus auf das Kind | Prüfen Sie bei jeder strittigen Frage, was für das Kind verlässlich und altersgerecht ist, und trennen Sie das von Paarkonflikten. |
| Umgang mit Eskalationen | Stoppen Sie Gespräche bei Vorwürfen oder Lautstärke früh, vereinbaren Sie eine Pause und kehren Sie mit einem konkreten Punkt zurück. |
| Unterstützung von außen | Nutzen Sie neutrale Moderation, wenn Gespräche festfahren, damit Lösungen möglich werden, ohne dass jemand das Gesicht verliert. |
Fazit: Streitigkeiten bei einer Scheidung müssen nicht sein
Eine Trennung oder Scheidung kann sehr belastend sein, insbesondere wenn Kinder involviert sind. Wichtig ist nur, dass die Streitigkeiten minimiert und gemeinsame Entscheidungen getroffen werden, die die Kinder schützen und nicht zusätzlich belasten. Eine offene Kommunikation und eine klare Aufteilung der Verantwortung sowie eine kooperative Haltung können helfen, viel Streit zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Streitigkeiten bei einer Scheidung“
Wie erkennen Sie früh, dass ein Gespräch gerade entgleist?
Typisch sind schnelle Themenwechsel, alte Vorwürfe und ein steigender Ton. Auch wenn Sie merken, dass Sie nur noch gewinnen oder sich verteidigen wollen, ist die Sache meist nicht mehr lösungsorientiert. Setzen Sie dann eine kurze Pause. Vereinbaren Sie, wann Sie weiterreden und welches konkrete Thema als Nächstes dran ist.
Was hilft, wenn Sie mit dem anderen Elternteil kaum noch sachlich sprechen können?
Reduzieren Sie die Kommunikation auf das Notwendige und wählen Sie klare, kurze Sätze. Formulieren Sie in Ich-Botschaften und bleiben Sie bei überprüfbaren Fakten wie Terminen oder Vereinbarungen. Wenn Gespräche regelmäßig eskalieren, kann ein neutraler Kanal helfen, etwa strukturierte Nachrichten statt spontaner Telefonate, damit Inhalte nicht im Streit untergehen.
Wie können Sie Ihr Kind entlasten, ohne wichtige Dinge zu verschweigen?
Erklären Sie altersgerecht, dass Erwachsene Entscheidungen treffen und das Kind nicht verantwortlich ist. Vermeiden Sie Details über Konflikte und sprechen Sie nicht schlecht über den anderen Elternteil. Geben Sie Sicherheit durch klare Routinen. Fragen Sie nach Gefühlen, nicht nach Informationen. Wenn das Kind belastet wirkt, kann eine vertraute Ansprechperson außerhalb des Elternkonflikts stabilisieren.
Welche Regeln sind sinnvoll, wenn neue Partnerinnen oder Partner ins Leben kommen?
Klären Sie Erwartungen an Privatsphäre, Übergaben und Kommunikation früh, damit das Kind nicht zwischen Loyalitäten gerät. Sinnvoll ist ein ruhiges Tempo bei Veränderungen und ein einheitlicher Umgangston. Achten Sie darauf, dass neue Beziehungen nicht als Druckmittel im Konflikt genutzt werden. Stabilität entsteht, wenn das Kind weiß, was gleich bleibt und was sich ändert.
Wie verhindern Sie, dass Konflikte über Schule, Termine und Alltag ständig wieder aufflammen?
Erstellen Sie eine einfache, gemeinsame Übersicht für Termine, Arztbesuche und schulische Aufgaben. Legen Sie fest, wer wofür zuständig ist und bis wann Rückmeldungen kommen. Halten Sie neue Absprachen zeitnah schriftlich fest. So reduzieren Sie Interpretationsspielräume. Wenn etwas nicht klappt, korrigieren Sie den Ablauf, statt die Beziehungsebene zu diskutieren.
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