Wie viel verdient ein Pilot in Deutschland? – Gehalt & Beruf 2026

Wie hoch ist das Gehalt von Pilot:innen wirklich?
Gehalt von Pilot:innen im Fokus

Pilotengehälter in Deutschland wirken auf den ersten Blick extrem unterschiedlich – und das stimmt auch. Entscheidend sind vor allem Airline (Tarifvertrag vs. Non-Tarif), Position (Co-Pilot/First Officer vs. Kapitän), Fluggerät (Kurz- oder Langstrecke), Dienstjahre, Base (z. B. Frankfurt/München) sowie Zulagen und variable Bestandteile. Unten findest du realistische Spannen und eine klare Einordnung für Deutschland.

Wie viel kann man als Pilot:in in Deutschland verdienen?

Fakt Typischer Wert in Deutschland Wichtig dazu
Jahresbrutto (Orientierung, „Pilot/in“) ca. 70.000–90.000 € Je nach Datenquelle/Abgrenzung (Jobportale vs. Gehaltsmeldungen vs. Statistik) unterscheiden sich Mittelwerte deutlich.
Monatsbrutto (Vollzeit, grobe Orientierung) ca. 5.800–7.500 € Üblicherweise auf 12 Gehälter gerechnet; Sonderzahlungen sind möglich, aber nicht „automatisch“ wie in AT (14 Gehälter).
Einstieg als First Officer (Co-Pilot) ca. 60.000–90.000 € brutto/Jahr Stark abhängig von Airline, Flotte, Tarifvertrag, Base und ob Zulagen/Variablen enthalten sind.
Erfahrene First Officers ca. 90.000–140.000 € brutto/Jahr Mit Dienstjahren steigen Grundvergütung und oft auch Zulagenmodelle deutlich.
Kapitän (Captain) im Linienbetrieb ca. 120.000–200.000 €+ brutto/Jahr Top-Werte sind v. a. bei großen Netzwerk-Airlines und langer Seniorität möglich.
Netto grob (bei ca. 7.500 € brutto/Monat) ca. 4.500–4.900 € netto/Monat Stark abhängig von Steuerklasse, Bundesland, Kindern/Kirche, Sozialabgaben und individuellen Faktoren.
Häufige variable Bestandteile Zulagen + Blockstunden/Flugstunden + Spesen Je nach Airline gibt es feste und variable Vergütungsbausteine (z. B. Blockstundenmodelle, Funktionszulagen).
Standort-Effekt Hubs oft höher Frankfurt/München/Hamburg sind in vielen Auswertungen überdurchschnittlich (u. a. wegen Arbeitgeberstruktur & Basen).
Ausbildungskosten (ATPL, je nach Modell) ca. 60.000–120.000 € (teils mehr) Integriert vs. modular, Flugschule/ATO, Simulator- und Gebührenpakete; airline-nahe Programme können teurer sein.
Typische Gehaltstreiber Tarif, Seniorität, Flotte, Strecke, Base Tarifvertrag und Dienstjahre sind in der Praxis meist die stärksten Hebel.

Warum sind die Zahlen für den Beruf von Pilot:innen oft so unterschiedlich?

  • Unterschiedliche Definitionen: „Pilot/in“ kann von Drohnenpilot bis Verkehrspilot reichen. „Verkehrspilot/in“ bzw. Cockpit im Linienbetrieb liegt typischerweise höher als breit gefasste Jobportale.
  • Datenquellen messen unterschiedlich: Jobportale schätzen oft aus Stellen- und Nutzerdaten; Plattformen wie kununu basieren auf Gehaltsmeldungen; Statistiken wie der Entgeltatlas arbeiten mit sozialversicherungspflichtigen Entgelten und regionaler Datenlage.
  • Tarifverträge prägen die Spannweite: Bei großen Airlines werden Grundtabellen, Stufen (Dienstalter) und Zulagenmodelle oft tariflich geregelt (z. B. über die Vereinigung Cockpit). Dadurch können innerhalb derselben Airline sehr hohe Werte bei langer Seniorität entstehen.
  • Position zählt: Der Sprung vom First Officer zum Kapitän ist oft der größte Gehaltshebel, kommt aber je nach Flotte/Unternehmenssituation nicht „automatisch“ und kann Jahre dauern.

Gehaltsspannen nach Karrierelevel – Tipps

  • Junior/Entry (First Officer): häufig im Bereich 60.000–90.000 € brutto/Jahr (je nach Airline und Paket).
  • Mid-Level (First Officer erfahren): häufig 90.000–140.000 € brutto/Jahr.
  • Senior/Kapitän: oft 120.000–200.000 €+ brutto/Jahr, bei Top-Arbeitgebern und langer Seniorität auch darüber.

Brutto vs. Netto in Deutschland – mit Praxisbeispiel

In Deutschland hängt das Netto vor allem an Steuerklasse, Kirchensteuer, Bundesland, Krankenversicherung (GKV/PKV), Kindern und weiteren Faktoren. Als grobe Orientierung werden bei hohen Einkommen häufig rund 35–40% Abzüge genannt. Beispiel: Bei etwa 7.500 € brutto/Monat liegt das Netto grob im Bereich 4.500–4.900 € (je nach individuellen Parametern).

Sonderzahlungen, Zulagen, Spesen

  • 13./14. Gehalt: In Deutschland nicht „Standard“. Möglich sind Urlaubsgeld/Weihnachtsgeld oder Bonusmodelle – abhängig vom Arbeitgeber bzw. Tarifvertrag.
  • Zulagen: Häufig für bestimmte Funktionen, Auslands-/Übernachtungsanteile, Bereitschaften oder blockstunden-/flugstundenbezogene Modelle.
  • Spesen: Können je nach Einsatzprofil spürbar sein, sind aber nicht 1:1 mit „Gehalt“ gleichzusetzen.

Region & Arbeitgeber: Wo ist das Gehalt in Deutschland meist am höchsten?

Überdurchschnittliche Gehälter finden sich häufig dort, wo große Basen und Netzwerk-Airlines bzw. größere Arbeitgeber sitzen (z. B. Frankfurt am Main, München, Hamburg). Der Standort wirkt oft indirekt, weil er die Arbeitgeberlandschaft, Tarifbindung und Senioritätsstrukturen widerspiegelt.

Kosten & ROI: Lohnt sich die Ausbildung finanziell?

Die ATPL-Ausbildung ist teuer (oft 60.000–120.000 € oder mehr, je nach Modell). Ob sich das rechnet, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell du einen Cockpitjob bekommst, zu welchen Konditionen du einsteigst (Tarif vs. Non-Tarif) und wie stabil dein Karrierepfad (Upgrade zum Kapitän, Flottenwechsel) verläuft. Airline-nahe Finanzierungsmodelle können die Einstiegshürde senken, binden aber oft an Bedingungen.

Gehaltsverhandlung: Was ist bei Piloten realistisch?

  • Bei Tarif-Airlines: Verhandlungsspielraum ist oft geringer, weil Tabellen und Stufen gelten. Hebel sind eher Base, Flotte, Einstufung, Zulagen, Vertragsdetails.
  • Bei Non-Tarif/kleineren Betreibern: Mehr Spielraum über Grundgehalt, Zulagen, Dienstplanmodelle, Spesenregelungen, Trainings-/Type-Rating-Konditionen.
  • Wichtig: Immer das Gesamtpaket bewerten (Grundgehalt + Zulagen + Variablen + Altersvorsorge + Dienstplan/Planbarkeit).

Praxisbeispiele

  • First Officer, 1–3 Jahre: solides Grundgehalt, variabler Anteil spürbar, Netto stark steuerklassenabhängig.
  • First Officer, 6–10 Jahre: deutlicher Anstieg durch Seniorität/Tabellenstufe; oft mehr Zulagen durch Einsatzprofil.
  • Kapitän: großer Sprung im Grundgehalt; Gesamtvergütung stark abhängig von Flotte, Strecke und Airline.

FAQ: Häufige Fragen zum Pilotengehalt in Deutschland

Wie hoch ist das durchschnittliche Pilotengehalt in Deutschland?

Als grobe Orientierung liegen viele Auswertungen für „Pilot/in“ etwa im Bereich 70.000–90.000 € brutto pro Jahr. Die reale Spanne ist groß, weil Position, Airline und Seniorität stark variieren.

Wie viel verdient ein Co-Pilot (First Officer) in Deutschland?

Realistisch sind je nach Arbeitgeber und Paket häufig etwa 60.000–90.000 € brutto/Jahr zum Einstieg, mit steigender Erfahrung oft deutlich mehr.

Wie viel verdient ein Kapitän (Captain) in Deutschland?

Kapitänsgehälter liegen häufig im Bereich 120.000–200.000 €+ brutto/Jahr. Bei großen Airlines und langer Seniorität können höhere Werte erreicht werden.

Wie viel bleibt netto als Pilot übrig?

Das hängt vor allem von Steuerklasse, Bundesland und Sozialabgaben ab. Grob werden bei hohen Einkommen häufig 35–40% Abzüge als Orientierung genannt. Beispiel: Bei ca. 7.500 € brutto/Monat ergibt das oft etwa 4.500–4.900 € netto.

Gibt es in Deutschland 13. oder 14. Gehalt für Piloten?

Ein „14. Gehalt“ ist in Deutschland nicht üblich. Möglich sind Urlaubsgeld/Weihnachtsgeld oder Boni – abhängig von Airline bzw. Tarifvertrag.

Welche Zulagen sind bei Piloten typisch?

Häufig sind blockstunden-/flugstundenbezogene Vergütungsbestandteile, Funktionszulagen, Spesen/Übernachtungsanteile sowie teils Zuschläge für besondere Einsatzprofile.

Welche Faktoren beeinflussen das Pilotengehalt am stärksten?

Am stärksten wirken in der Praxis Airline/Tarifvertrag, Seniorität (Dienstjahre), Position (First Officer vs. Kapitän), Flotte und Strecke (Kurz-/Langstrecke) sowie Base.

Wo verdient man als Pilot in Deutschland am meisten?

Oft dort, wo große Basen und große Arbeitgeber sitzen (z. B. Frankfurt am Main, München). Entscheidend ist aber eher der Arbeitgeber als das Bundesland an sich.

Wie teuer ist die Pilotenausbildung (ATPL) in Deutschland?

Je nach Ausbildungsmodell und Anbieter liegen die Kosten häufig etwa zwischen 60.000 und 120.000 € (teils darüber). Airline-nahe Programme können andere Finanzierungsmodelle bieten.

Muss man das Type Rating selbst bezahlen?

Das ist unterschiedlich. Manche Arbeitgeber übernehmen es ganz oder teilweise, andere erwarten Eigenanteile oder Bindungsvereinbarungen. Das kann die „echte“ Einstiegsvergütung stark beeinflussen.

Warum unterscheiden sich Gehaltsangaben online so stark?

Weil „Pilot/in“ unterschiedlich abgegrenzt wird, Datenquellen verschiedene Methoden nutzen (Schätzungen vs. Meldedaten vs. Statistik) und Zulagen/Variablen mal enthalten sind und mal nicht.

Wie kann ich mein Gehalt als Pilot realistisch einschätzen?

Am zuverlässigsten ist eine Kombination: tarifliche Tabellen/Arbeitgeberinfos (falls verfügbar), Gehaltsplattformen für Vergleichswerte und ein Blick auf Gesamtpaket (Grundgehalt, Zulagen, Spesen, Altersvorsorge, Dienstplan).

Quellen

  • Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas (Berufe im Cockpit/Flugverkehr), abgerufen 02/2026
  • StepStone: Gehaltsseite „Pilot/in“ (Deutschland), abgerufen 02/2026
  • kununu: „Pilot:in Gehalt Deutschland“ (Auswertung aus Gehaltsangaben), abgerufen 02/2026
  • Handelsblatt: Bericht zu Lufthansa-Pilotengehältern und Tarifstrukturen, 01/2026
  • Lufthansa Aviation Training / European Flight Academy: Informationen zu Ausbildungs-/Finanzierungsmodellen und Kostenhinweisen, abgerufen 02/2026
  • Flugrevue: Bericht zur Preisangabe und Einstiegshürde bei Lufthansa/EFA (Preis 120.000 €; Eigenanteil 10.000 €), 07/2024

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Über Michael 222 Artikel
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