Wann darf man keine Kompressionsstrümpfe tragen? Alle Informationen im Überblick

Wann darf man keine Kompressionsstrümpfe tragen
Wann darf man keine Kompressionsstrümpfe tragen und wann ist es in Ordnung

Kompressionsstrümpfe sind für viele Frauen im Alltag eine große Hilfe. Sie stabilisieren die Venen, entlasten schwere Beine und können das Risiko für Krampfadern und Thrombosen senken. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen Kompressionsstrümpfe nicht oder nur eingeschränkt sinnvoll sind. Wer einfach „auf eigene Faust“ Kompressionsstrümpfe getragen hat, ohne ärztlich abgeklärt zu sein, riskiert im ungünstigen Fall neue Probleme oder eine Verschlechterung einer bestehenden Erkrankung. Dieser Artikel schaut differenziert darauf, wie Kompressionstherapie funktioniert und wann Kompressionsstrümpfe helfen. Aber wann darf man keine Kompressionsstrümpfe tragen? Wir haben alle wichtigen Informationen zusammengefasst mit dem Blick auf Frauen, die aktiv Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen möchten.

Wie Kompressionsstrümpfe wirken

Kompressionsstrümpfe üben von außen einen definierten Druck auf das Bein aus. Diese Kompression verengt den Durchmesser der Venen, stabilisiert die Venenklappen und unterstützt so den Rücktransport des Blutes zurück zum Herzen. Der Blutfluss wird geordnet und beschleunigt, der venöse Rückstau im Unterschenkel und Fuß wird verringert. Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie beschreibt, dass das Prinzip der Kompressionstherapie darin besteht, kontrolliert Druck auf das Gewebe und das darin liegende Venensystem auszuüben, wodurch sich die Durchblutung verbessert.

Im Gewebe lagert sich bei Venenschwäche oder chronischen Venenleiden häufig Flüssigkeit ein. Das zeigt sich als Schwellung, Ödemen und schweres Bein. Kompressionsstrümpfe verbessern die Durchblutung, entlastet die Venen und fördern den Blut- und Lymphabfluss im betroffenen Bereich. Der kontrollierte Druck auf das Bein unterstützt auch das Lymphsystem, weshalb Kompressionstherapie bei Lymphödem und anderen lymphatischen Erkrankungen eingesetzt wird.

Viele Frauen kennen Krampfadern, Besenreiser oder ein Schweregefühl in den Beinen vor allem nach langem Stehen oder Sitzen. Dahinter kann eine venöse Insuffizienz stecken, also eine Störung im Venensystem, bei der die Venenklappen nicht mehr richtig schließen. Medizinische Kompressionsstrümpfe bieten hier eine wirksame Unterstützung, denn sie bewirken, dass der Durchmesser der Venen verringert wird und der Blutfluss zum Herzen besser funktioniert. So kann die Kompressionstherapie Beschwerden gelindert und das Risiko einer Thrombose oder Lungenembolie verringern, wenn sie ärztlich gut begründet und richtig angewendet wird.

Unterschied zwischen Stützstrümpfen und medizinischen Kompressionsstrümpfen

Viele Frauen nutzen zuerst Stützstrümpfe, etwa auf Reisen. Diese sehen häufig Mode-Strümpfen ähnlich und üben einen leichten, nicht streng definierten Druck aus. Medizinische Kompressionsstrümpfe sind dagegen ein Hilfsmittel mit klar festgelegter Druckstärke. Sie gehören zur medizinischen Kompression und werden in Kompressionsklassen eingeteilt, die in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) beschrieben werden.

Die Kompressionsklasse (zum Beispiel I, II oder III) gibt an, wie stark der Druck am Knöchel ist. Typisch ist, dass der Kompressionsstrumpf am Knöchel den höchsten Druck erzeugt und dieser nach oben zum Unterschenkel und Oberschenkel abnimmt. Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten daher immer angepasst sein, je nach Verwendungszweck, Venenerkrankung und individueller Situation.

Vergleich: Stützstrümpfe und medizinische Kompressionsversorgung

Art von Strumpf / System Typische Druckstärke (am Knöchel) Einsatzgebiet Hinweis
Stützstrümpfe niedrig, nicht klar definiert Vorbeugung bei gesunden Venen, langes Stehen oder Sitzen, Reisen kein Ersatz für medizinische Behandlung von Venenerkrankungen
Medizinische Kompressionsstrümpfe (MKS) klar definierte Druckstufen in mmhg, nach Kompressionsklasse Behandlung von Venenschwäche, Krampfadern, CVI, nach Thrombose Verordnung durch Ärztin oder der Arzt, Anpassung im Sanitätshaus
Phlebologischer Kompressionsverband (PKV) je nach Wickeltechnik und Material variabel Patienten mit schweren venösen oder lymphatischen Erkrankungen, starke Ödeme Anlegen durch geschultes Fachpersonal, oft in der Akutphase
Medizinischen adaptiven Kompressionssystemen (MAK) einstellbar über Klett- oder Gurtsysteme Alternative oder Ergänzung bei chronisch venösen oder lymphatischen Erkrankungen kann das An- und Ausziehen erleichtern, besonders bei eingeschränkter Beweglichkeit

Diese Übersicht zeigt, dass Stützstrümpfe und medizinische Kompressionsstrümpfe völlig unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Wer venöse Beschwerden, eine Venenerkrankung oder ein ausgeprägtes Venenleiden hat, braucht in der Regel medizinische Kompressionsstrümpfe und sollte sich im Sanitätshaus beraten lassen. Die aktuelle S2k-Leitlinie „Medizinische Kompressionstherapie der Extremitäten mit Medizinischem Kompressionsstrumpf (MKS), phlebologischem Kompressionsverband (PKV) und medizinischen adaptiven Kompressionssystemen (MAK)“ fasst den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu umfassend zusammen.

Wann sind Kompressionsstrümpfe sinnvoll?

Kompressionsstrümpfe bei venösen und lymphatischen Erkrankungen

Kompressionsstrümpfe helfen vor allem bei venösen und lymphatischen Erkrankungen. Klassische Indikationen sind Krampfadern, eine chronisch venöse Insuffizienz (oft als CVI oder cvi abgekürzt), Venenentzündungen und die Vor- oder Nachbehandlung einer Thrombose. Auch nach Operationen an den Venen, bei ausgeprägten Besenreisern oder bei der Behandlung von Venenleiden im Rahmen einer medizinischen Behandlung von Venenerkrankungen werden medizinische Kompressionsstrümpfe eingesetzt.

Viele Frauen mit Venenschwäche erleben, dass Schwellung, Schmerzen und das Schweregefühl in den Beinen durch medizinische Kompressionsstrümpfe deutlich gelindert werden. Kompressionsstrümpfe verbessern die Durchblutung, fördern den Blutfluss zum Herzen und unterstützen den Blut- und Lymphabfluss im Bein. Gerade bei chronisch venösen Erkrankungen, bei denen das Venensystem dauerhaft geschädigt ist, stellt die Kompressionstherapie eine der wichtigsten Säulen der Behandlung von Venenleiden dar.

Auch zur Vorbeugung, etwa bei langen Flugreisen, in Berufen mit viel Stehen oder Sitzen oder in der Schwangerschaft, kommen Kompressionsstrümpfe mehr zum Einsatz. Hier gilt jedoch: Kompressionsstrümpfe sollten auch in diesen Situationen nicht einfach ohne Abklärung getragen werden, wenn bereits andere Erkrankungen vorliegen, die die Durchblutung einschränken könnten.

Wann darf man keine Kompressionsstrümpfe tragen?

Die zentrale Frage lautet: Wann sind Kompressionsstrümpfe eher Risiko als Hilfe. Die Leitlinien zur Kompressionstherapie betonen, dass es klare Kontraindikationen gibt. Dazu gehören insbesondere schwere arterielle Durchblutungsstörungen in den Beinen, also eine ausgeprägte periphere arterielle Verschlusskrankheit, dekompensierte Herzinsuffizienz, bestimmte schwere Neuropathien sowie akute entzündliche Hauterkrankungen oder massive Hautschäden im Versorgungsgebiet.

Wenn die Arterien schon so stark verengt sind, dass kaum noch Blut im Bereich von Fuß und Knöchel ankommt, kann zusätzlicher Druck durch einen Kompressionsstrumpf die Situation verschlechtern. Statt dass Kompressionsstrümpfe helfen, steigt dann die Gefahr von Gewebeschäden, schlecht heilenden Wunden oder Nekrosen. Vor einer Kompressionstherapie wird deshalb bei Verdacht auf arterielle Probleme die arterielle Durchblutung geprüft, zum Beispiel über spezielle Tests im Bereich des Innenknöchels und des Fußes.

Auch bei einer akuten Thrombose oder direkten Komplikation wie einer frischen Lungenembolie muss sorgfältig ärztlich abgewogen werden, ab wann und in welcher Form Kompression sinnvoll ist. Moderne Leitlinien zeigen, dass die frühe Mobilisation mit Kompressionsversorgung oft vorteilhaft ist, aber nur im Rahmen eines klaren Therapiekonzeptes. Patientinnen mit schweren akuten Erkrankungen gehören immer in ärztliche Hände und sollten Kompressionsstrümpfe nicht eigenständig beginnen oder beenden.

Kurz gesagt: Wann sind Kompressionsstrümpfe tabu. Immer dann, wenn eine erhebliche Minderdurchblutung des Beines, eine nicht eingestellte Herzschwäche oder ausgeprägte akute Hautschäden vorliegen. In solchen Situationen darf auf keinen Fall ohne Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin Druck auf das Bein gebracht werden.

Warnsignale: Wenn Kompressionsstrümpfe Beschwerden machen

Selbst wenn es keine klare Kontraindikation gibt, können Kompressionsstrümpfe Beschwerde auslösen, die ernst genommen werden sollten. Wenn unter medizinischen Kompressionsstrümpfen plötzlich starke Schmerzen am Unterschenkel oder Fuß auftreten, die Haut sich blau-livide verfärbt oder eine massive Schwellung einseitig zunimmt, ist das ein Warnzeichen und du solltest sofort ärztlich abklären lassen, ob eine Thrombose, eine akute Venenentzündung oder eine andere Komplikation vorliegt.

Auch zu eng sitzende Strümpfe können Probleme machen. Drückt der Strumpf im Bereich von Knöchel oder Ferse stark ein, schnürt er das Gewebe ein oder schneiden Bündchen am Oberschenkel ein, kann das den Blutfluss eher behindern. Gerade bei empfindlicher Haut oder bei diabetischen Füßen können Druckstellen an der Ferse und schließlich am Vorfuß entstehen. Sitzt der Strumpf so, dass er vom Fuß über die Ferse und schließlich über den Knöchel nicht gleichmäßig anliegt, besteht die Gefahr von lokalen Druckspitzen.

Wenn unter Kompressionsstrümpfen neue Wunden, Blasen, Taubheitsgefühle oder brennende Schmerzen entstehen, passt entweder die Kompressionsklasse nicht, der Strumpf ist nicht richtig angepasst oder es gibt eine bisher unerkannte Grunderkrankung. In all diesen Fällen braucht es eine ärztlich geführte Klärung und eine Anpassung der Therapie, statt einfach weiterzumachen.

Richtige Anwendung: Damit Kompressionsstrümpfe helfen und nicht schaden

Die richtige Anwendung entscheidet wesentlich darüber, ob Kompressionsstrümpfe helfen. Dazu gehört, die passende Art von Kompressionsstrümpfen auszuwählen und die Strümpfe richtig anzulegen. In der Regel werden medizinische Kompressionsstrümpfe im Sanitätshaus angepasst, wobei Umfang und Länge an Knöchel, Unterschenkel, Wade und Oberschenkel genau gemessen werden. Je nach Verwendungszweck, Symptomen und Befund wählt die Fachärztin die passende Kompressionsklasse und Druckstärke aus.

Beim An- und Ausziehen ist wichtig, dass der Strumpf keine Falten wirft, unverrutscht auf der Haut liegt und nirgendwo einschnürt. Hilfsmittel wie Anziehhilfen oder Handschuhe können unterstützen. Oft wird empfohlen, die Strümpfe bereits morgens anzulegen, wenn die Schwellung im Gewebe noch gering ist. Der Druck sollte vom Fuß über die Ferse und schließlich über den Knöchel gleichmäßig ansteigen, damit der Blutfluss geordnet zurück zum Herzen geleitet wird.

Die Tragedauer von Kompressionsstrümpfen hängt von der Erkrankung, der Tagesform und dem ärztlichen Konzept ab. Viele Frauen tragen ihre medizinischen Kompressionsstrümpfe tagsüber, vor allem wenn sie viel stehen oder sitzen müssen, und legen sie nachts ab. Wann und wie lange Kompressionsstrümpfe getragen werden sollten, gehört zu den zentralen Fragen zum Thema Kompressionsstrümpfe und sollte im Rahmen der individuellen Behandlung besprochen werden.

Frauen im Alltag: Typische Situationen mit Kompressionsstrümpfen

Im Alltag tauchen immer wieder Situationen auf, in denen sich Frauen fragen, ob das Tragen von Kompressionsstrümpfen sinnvoll ist. Im Büro etwa, wenn stundenlanges Stehen oder Sitzen den venösen Rückfluss erschwert, helfen Kompressionsstrümpfe oft, Schwellung und Schweregefühl zu reduzieren. Auch wer viel reist, etwa mit dem Flugzeug, kann von medizinischen Kompressionsstrümpfen profitieren, wenn bereits eine Venenschwäche oder andere Venenerkrankungen bekannt sind.

In der Schwangerschaft werden medizinischen Kompressionsstrümpfen häufig zur Vorbeugung und Behandlung von Krampfadern und Venenleiden eingesetzt. Der wachsende Bauch und hormonelle Veränderungen belasten das Venensystem. Kompressionsstrümpfe helfen dann, die Venen zu stabilisieren und den Blutfluss zu unterstützen. Wichtig ist gerade in der Schwangerschaft die Absprache mit einem Arzt oder mit einer Ärztin, um Kontraindikationen auszuschließen und die passende Kompressionsklasse zu wählen.

Bei chronisch venösen Erkrankungen wie der CVI oder bei wiederkehrenden Venenentzündungen ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen ein langfristiger Baustein der Therapie. Hier zeigt die wissenschaftliche Literatur, dass die konsequente Kompressionstherapie Beschwerden reduziert und das Risiko von Komplikationen verringern kann.

Wann darf man keine Kompressionsstrümpfe tragen – praktische Beispiele

Praktische Beispiele, wann man keine Kompressionsstrümpfe tragen soll_Grafik

Entscheidend ist nicht nur die Diagnose, sondern auch der Zustand des Beines im Moment. Besteht ein akuter Verdacht auf eine arterielle Durchblutungsstörung, etwa wenn das Bein blass, kalt und schmerzhaft ist, darf kein Kompressionsstrumpf angelegt werden, bevor die Durchblutung nicht sicher beurteilt wurde. Gleiches gilt, wenn starke Ruheschmerzen in den Füßen bestehen, die auf eine schwere arterielle Insuffizienz hinweisen könnten.

Liegt ein ausgeprägtes, nicht behandlungsfähiges Erysipel (eine starke bakterielle Hautentzündung) oder eine offene, stark infizierte Wunde im Bereich des Strumpfes vor, kann der zusätzliche Druck die Situation verschlechtern. In solchen Fällen entscheidet die Ärztin, ob eine vorübergehende Pause der Kompression sinnvoll ist, bis die Haut sich stabilisiert hat.

Auch bei dekompensierter Herzinsuffizienz ist Vorsicht nötig. Wenn das Herz ohnehin Mühe hat, das Blut ausreichend zu pumpen, kann der zusätzliche Rückstrom durch eine starke Kompression eine Belastung darstellen. Patientinnen mit schweren kardialen oder venösen Erkrankungen sollten das Tragen von Kompressionsstrümpfen immer mit der behandelnden Fachärztin oder dem Facharzt besprechen. Die Formel „Kompressionsstrümpfe helfen immer“ stimmt also nicht, entscheidend ist das Gesamtbild.

Rolle von Diagnostik und Fachberatung

Die moderne Kompressionstherapie baut auf sorgfältiger Diagnostik auf. Dazu gehören die Erhebung von Symptome und Behandlungsgeschichte, die Untersuchung des Venensystems, gegebenenfalls Doppler- oder Duplexsonografie und Tests zur Beurteilung der arteriellen Durchblutung. Erst wenn klar ist, wie es um Venen, Arterien und Lymphsystem steht, kann entschieden werden, welche medizinische Kompression geeignet ist.

In der Praxis läuft es idealerweise so ab: Zunächst erfolgt die ärztliche Diagnose des Venenleidens, der Venenerkrankung oder des Lymphödems. Danach wird die Art von Kompressionsstrümpfen festgelegt, die Kompressionsklasse bestimmt und die Versorgung im Sanitätshaus angepasst. Wer sich im Sanitätshaus beraten lassen möchte, sollte offen ansprechen, welche Beschwerden bestehen, welche Medikamente eingenommen werden und ob bereits Herz- oder Arterienprobleme bekannt sind.

Die S2k-Leitlinie betont, dass die Anwendung von medizinischen Kompressionsstrümpfen spezielle Kenntnisse zu Diagnose, Risiken, Kontraindikationen und Technik des Anlegens erfordert. Das bedeutet in der Praxis: Auch wenn Kompressionsstrümpfe äußerlich „nur“ wie ein Strumpf aussehen, gehören sie zur medizinischen Behandlung und nicht in den Bereich der reinen Kosmetik.

FAQ: Häufige Fragen zum Thema Kompressionsstrümpfe tragen

Wann und wie lange sollten Kompressionsstrümpfe getragen werden?

Die Tragedauer von Kompressionsstrümpfen richtet sich nach der Erkrankung, der Kompressionsklasse und dem Therapieplan. Bei vielen venösen Erkrankungen, etwa bei Venenschwäche oder CVI, werden medizinische Kompressionsstrümpfe tagsüber getragen, besonders bei viel Stehen oder Sitzen, und nachts ausgezogen. In der Akutphase nach Thrombose oder bei ausgeprägten Ödemen kann die Ärztin auch längere Tragezeiten empfehlen. Generell gilt: Die Frage „wann und wie lange“ gehört zur Behandlung von Venenleiden und sollte immer individuell in der ärztlichen Sprechstunde geklärt werden, statt sich auf allgemeine Empfehlungen zu verlassen.

Helfen Kompressionsstrümpfe gegen Besenreiser und Krampfadern?

Kompressionsstrümpfe helfen, den Blutfluss zu verbessern, die Venen zu entlasten und Beschwerden wie Schwellung, Schmerzen oder Schweregefühl zu verringern. Sie können verhindern, dass Krampfadern und Besenreiser sich rasch verschlechtern, und sind ein wichtiger Bestandteil in der medizinischen Behandlung von Venenerkrankungen. Sie „lösen“ vorhandene Krampfadern jedoch nicht auf. Hier kommen je nach Befund weitere Verfahren wie Verödung, Laser oder operative Maßnahmen in Frage. In Kombination mit einer solchen medizinischen Behandlung von Venenerkrankungen können Kompressionsstrümpfe aber die Ergebnisse stabilisieren und Komplikationen verringern.

Welche Kompressionsklasse ist die richtige?

Die passende Kompressionsklasse hängt von Diagnose, Symptomen, Gewebezustand und Begleiterkrankungen ab. Die Kompressionsklasse wird in mmHg angegeben und beschreibt vor allem den Druck am Knöchel. Leichtere Beschwerden können oft bereits mit einer niedrigeren Kompressionsklasse behandelt werden, während Patienten mit schweren chronischen Venenleiden oder Lymphödem höhere Klassen benötigen. Da die falsche Druckstärke problematisch sein kann, etwa bei arterieller Insuffizienz oder empfindlichem Gewebe, ist es wichtig, dass eine Ärztin oder ein Arzt die Kompressionsklasse festlegt und das Sanitätshaus die Strümpfe richtig anpasst.

Was ist der Unterschied zwischen Stützstrümpfen und medizinischen Kompressionsstrümpfen?

Stützstrümpfe sind eher ein Wellness-Produkt, sie üben leichten, nicht exakt definierten Druck aus und eignen sich zur allgemeinen Vorbeugung, etwa auf Reisen oder bei gelegentigem schweren Gefühl in den Beinen ohne diagnostizierte Venenerkrankung. Medizinische Kompressionsstrümpfe dagegen sind Teil der medizinischen Kompressionstherapie. Sie werden bei venösen und lymphatischen Erkrankungen eingesetzt, haben klar definierte Druckstufen und gehören zur medizinischen Behandlung. Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten daher nur nach ärztlicher Verordnung und in enger Zusammenarbeit zwischen Ärztin, Sanitätshaus und betroffener Person eingesetzt werden.

Fazit: Wann darf man keine Kompressionsstrümpfe tragen und die aktive Rolle in der eigenen Venengesundheit

Kompressionsstrümpfe sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Ausdruck von Selbstfürsorge. Wer sich mit Venenleiden, Krampfader oder chronisch venösen Beschwerden auseinandersetzt, übernimmt Verantwortung für den eigenen Körper. In Verbindung mit Bewegung, Gewichtskontrolle, venengerechtem Verhalten und regelmäßigen Check-ups können medizinische Kompressionsstrümpfe viel Linderung bringen und die Lebensqualität verbessern.

Wichtig ist, das eigene Gefühl ernst zu nehmen. Wenn sich unter Kompressionsstrümpfen neue oder starke Beschwerden entwickeln, wenn Unsicherheit zur richtigen Anwendung besteht oder wenn unklar ist, ob eine Erkrankung im Hintergrund steht, ist ärztliche Unterstützung gefragt. In der Absprache mit einem Arzt oder mit einer Ärztin lässt sich klären, ob Kompression aktuell sinnvoll ist oder ob gerade eine Phase vorliegt, in der besser keine Kompressionsstrümpfe getragen werden sollten.

So wird aus einem vermeintlich „einfachen Strumpf“ ein gut dosiertes therapeutisches Werkzeug, das Venen, Venensystems und Gewebe gezielt unterstützt und Komplikationen vorbeugen hilft, statt sie zu verstärken.

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Über Agatha 182 Artikel
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